Back&Stage Frank Deubel
Atelierbesuch – Frank Deubel
Am 19.03. durften wir erneut im Rahmen unseres Formats Back&Stage einen Einblick in die Welt der Kunst hier in Wiesbaden erhalten: Der Fotograf Frank Deubel begrüßte uns in seinem Atelier in Kohlheck!
Als Begründer der Wiesbadener Fototage und Urgestein der Fotografie ist es natürlich etwas ganz Besonderes für uns Junge Freunde, dass wir die Möglichkeit bekommen, einmal einen Einblick zu bekommen, wie der Künstler arbeitet und was sich hinter den Kulissen alles so tut.
Begrüßt wurden wir von Frank in einem lichtdurchfluteten, umfunktionierten Wintergarten mit großen Fenstern und Dachluke – unter anderem auch der Entstehungsort seiner neusten Serie „Up“: eine analoge Akt-Fotoreihe, die den Menschen ganz unkonventionell von Fuß bis Kopf zeigt.
Das Analoge ist eine große Besonderheit, die Frank schon seit Jahrzehnten ausübt und für sich perfektioniert hat. Wenn es auch nicht immer einfach ist – so erklärt er es uns – ist gerade die Faszination der Unberechenbarkeit an der Analog-Fotografie das, was ihn daran begeistert. Denn sie lässt vor allem eines zu: das Experiment. Und das ganz ohne digitale Nachbearbeitung! Franks Arbeiten behandeln den Körper und die Formen, die es mit diesem zu erkunden gibt. Eine große Rolle spielen aber vor allem auch Materialien in Synthese mit dem Körper, die den Werken eine magische Wirkung zusprechen – es wirkt oft so, als würden ganz neue Wesen anstatt Menschen in den Fotos den Betrachtenden entgegensehen.
Besonders eindrucksvoll ist auch ein weiterer wichtiger Faktor seiner Arbeitsweise: die „Farblosigkeit“. Ein sehr großer Teil von Franks Arbeiten ist in schwarz-weiß, wie man an den Abzügen sehen kann, die sich im Fotoatelier neben Stativen, Backdrops, unterschiedlichsten Kameras und Objektiven sammeln. In gemütlicher Runde erzählt Frank, dass dies den Ursprung ironischerweise in seiner Farbblindheit, einer Rot-Grün-Schwäche hat; so fasziniert ihn jedoch in seiner Arbeit viel mehr das Finden von Kontrasten und wirkungsvollen Bildern als die Farbigkeit.
Nach der Einführung in sein Leben und sein Werk dürfen wir allerdings auch selbst einen kleinen Teil dessen erleben: Wir arbeiten gemeinsam in der Dunkelkammer an der Entwicklung von Schwarz-Weiß-Abzügen eines seiner Werke. In der zur Werkstatt umgewandelten Küche stehen wir gemeinsam und dürfen selbst erfahren, wie aus einer Aufnahme auf einem kleinen Negativ ein großer und detaillierter Foto-Abzug wird – ein wirklich magischer Prozess! Wir arbeiten mit simplem Equipment, denn hier kommt es laut Frank nicht auf den Preis an, sondern vor allem um die eigene Einstellung dazu – the simpler, the better!
So dürfen wir also, als sich der gemeinsame Abend langsam dem Ende neigt, die hergestellten Abzüge anschließend mit nach Hause nehmen – natürlich gestempelt vom „Werkraum Fotografie“. Ein eigenes Stück Kunst für daheim.
Wir danken Frank Deubel ganz herzlich für die Einladung und dafür, dass er uns eingeführt hat in die Welt der analogen Fotografie – eine wirklich beeindruckende Kunstform, die vor allem durch ihn definitiv nicht an Bedeutung verliert!